02.07.2010 | wissenschaft & technik
Neues aus der Forschung

Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) berichtet von Forschungsvorhaben zu erneuerbaren Energien. Im Bereich Niedertemperatur-Solarthermie werden aktuell u.a. direkt solarthermisch angetriebene Kleinkälteanlagen und superisolierte Heißwasser- Langzeitwärmespeicher entwickelt.

 


(BMU, 2.7.2010)

Konzeptstudie einer direkt solarthermisch angetriebenen Kleinkälteanlage

Mit dem am 1. Juni 2010 gestarteten Forschungsvorhaben der Universität Stuttgart, Institut für Thermodynamik und Wärmetechnik, soll die Funktionsfähigkeit einer direkt solarthermisch angetriebenen Kleinkälteanlage untersucht und nachgewiesen werden. Das Anlagenkonzept bietet eine interessante Alternative zu den am Markt flächendeckend eingesetzten elektrisch angetriebenen Splitgeräten im Leistungsbereich 1 bis 3 kW Kälteleistung. Das Prinzip des Diffusions-Absorptionsprozesses wird heute in Haushaltskühlschränken kaum noch eingesetzt, es funktioniert in Campinganwendungen und in Hotelzimmern in Minibars aber zuverlässig. Der Kälteprozess soll direkt in den Kollektor integriert werden. Neben den „normalen“ Funktionen Trinkwassererwärmung und Heizungsunterstützung wird eine Kälteleistung von ca. 400 W angestrebt. Bei erfolgreicher Bewertung, die auch wirtschaftliche und ökologische Kriterien umfasst, sollen weitere Entwicklungsschritte unter Einbindung der Industrie folgen.


Superisolierter Heißwasser- Langzeitwärmespeicher

Für die solarunterstützte Heizung mit möglichst hohen solaren Deckungsanteilen ist eine effiziente Langzeitwärmespeicherung der sommerlichen Sonnenwärme in die Heizungsperiode von entscheidender Bedeutung.
Bisherige Heißwasserspeicher werden diesen Anforderungen nur zum Teil gerecht oder benötigen eine Dämmung mit großer Wandstärke, um die Wärmeverluste zu minimieren und damit einen nicht unerheblichen Platzbedarf.
Am ZAE Bayern in Garching wurde jetzt mit Förderung durch das BMU zusammen mit einem Industriepartner ein Vorhaben für einen neuartigen superisolierten Heißwasserspeicher gestartet, der durch Vakuumdämmung nach dem „Thermoskannenprinzip“ und Einsatz von Perliten bei gleicher Wandstärke gegenüber bisherigen Speicherdämmmaterialien rund 6-bis 10-fach bessere Dämmwerte und damit eine deutlich längere „Halbwertszeit“ der Speicherauskühlung erreichen soll.
Im geplanten Vorhaben sollen mittelgroße Speicher im Bereich von 5 bis 100 m3 vorwiegend für die Solarisierung von Mehrfamilienhäusern bei der Bestandssanierung entwickelt werden, die hinsichtlich ihrer thermischen Verluste, Speicherdichte und Schichtung optimiert sind.

Quelle: BMU

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